Einspruch gegen die Ablehnung eines Visums zur Familienzusammenführung in Deutschland: HR Support Guide
Die Ablehnung eines Visums für den Familiennachzug in Deutschland kann für Ihre Mitarbeiter, die eine Familienzusammenführung in Deutschland anstreben, ein großer Rückschlag sein. Diese Situation kann für Ihren Mitarbeiter sehr belastend sein, insbesondere wenn Ehepartner, Kinder oder andere Angehörige nicht nachkommen können. Glücklicherweise bietet das deutsche Recht Möglichkeiten, gegen solche Entscheidungen Widerspruch einzulegen.
Als Personalverantwortlicher können Sie diese Herausforderung in eine Chance verwandeln, indem Sie sie durch das Berufungsverfahren im Jahr 2025 begleiten. Lassen Sie uns in die Schritte eintauchen, die bei einem Einspruch gegen eine Ablehnung des Visums in Deutschland zu beachten sind.
Berechtigung zum Einspruch gegen die Ablehnung eines Visums zur Familienzusammenführung
Nicht gegen jede Ablehnung eines Visums kann ein Rechtsbehelf eingelegt werden, daher ist es wichtig, zunächst zu prüfen, ob die Voraussetzungen erfüllt sind.
Der Familienangehörige Ihres Mitarbeiters kann Widerspruch einlegen, wenn:
- Der Ablehnungsbescheid wurde von einer deutschen Botschaft oder einemKonsulat ausgestellt(Deutsche Botschaft/Konsulat).
- Der Antragsteller ist der Ansicht, dass die Entscheidung ungerechtfertigt war - z. B. aufgrund einer falschen Auslegung von Dokumenten oder einer unzureichenden Begründung imAblehnungsbescheid.
- Die Beschwerde wird innerhalb der gesetzlichen Frist eingereicht (mehr dazu weiter unten).
- Wer kann Berufung einlegen: Arbeitnehmer, deren Visumanträge von Familienmitgliedern abgelehnt wurden (z. B. Ehepartner, minderjährige Kinder oder in Ausnahmefällen Eltern von Arbeitnehmern mit einem gültigen deutschenAufenthaltstitel, wie z. B. einer Blauen Karte EU, einem Arbeitsvisum oder einer unbefristeten Aufenthaltsgenehmigung); die detaillierten Bestimmungen zur Anspruchsberechtigung finden Sie im deutschen Aufenthaltsgesetz.
- Häufige Gründe: Unzureichende finanzielle Nachweise, Zweifel an der Echtheit der Ehe, fehlende Dokumente oder Sprachprobleme.
- Anmerkung der Personalabteilung: Beurteilen Sie das Ablehnungsschreiben (Bescheid), um das spezifische Problem zu ermitteln.
Das Widerspruchsverfahren: Schritt für Schritt
Die Ablehnung eines Visums zur Familienzusammenführung ist nach deutschem Einwanderungsrecht ein zweistufiges Verfahren. Hier erfahren Sie, wie Sie Ihren Mitarbeiter unterstützen können:
- Remonstration anfordern(Remonstration)
- Innerhalb eines Monats nach Erhalt des Ablehnungsschreibens muss der Antragsteller bei derselben deutschen Auslandsvertretung, die die Entscheidung getroffen hat (z. B. Botschaft oder Konsulat), schriftlich Widerspruch einlegen.
- In diesem Schritt werden die Behörden aufgefordert, den Antrag auf der Grundlage zusätzlicher Beweise oder der Klärung von Fehlern zu überdenken.
- Tipp: Achten Sie darauf, dass der Familienangehörige des Arbeitnehmers eine ausführliche, mit Beweisen untermauerte Erklärung beifügt, warum die Ablehnung falsch war.
- Klage einreichen, wenn der Einspruch scheitert
- Wird der Widerspruch abgelehnt, ist der nächste Schritt die Einlegung einer Klage beimVerwaltungsgericht Berlin.
- Dies muss innerhalb eines Monats nach der Ablehnung des Widerspruchs geschehen.
- Es wird dringend empfohlen, sich in dieser Phase von einem deutschenAnwalt für Migrationsrecht beraten zu lassen. Offizielle Hinweise finden Sie beim Auswärtigen Amt
Voraussetzungen für eine erfolgreiche Berufung
Um die Ablehnung eines Visums rückgängig zu machen, muss der Familienangehörige Ihres Mitarbeiters die ursprünglichen Anforderungen des Familiennachzugs erfüllen und die Ablehnungsgründe ansprechen. Zu den üblichen Anforderungen gehören:
- Gültiger Aufenthaltstitel: Der Arbeitnehmer in Deutschland muss im Besitz eines gültigen Aufenthaltstitels sein (z.B. Blaue Karte EU, Fachkräfteerlaubnis).
- Ausreichendes Einkommen: Der Arbeitnehmer muss finanzielle Stabilität nachweisen, um seine Familie zu ernähren(lebensunterhalt gesichert).
- Angemessener Wohnraum: Nachweis über ausreichendenWohnraum für die Familie.
- Sprachkenntnisse: Ehepartner benötigen in der RegelDeutschkenntnisse auf A1-Niveau, es sei denn, sie sind davon befreit (z. B. wenn sie mit einem Inhaber einer Blauen Karte EU zusammenziehen).
- Korrekte Dokumentation: Alle Dokumente müssen den deutschen Standards entsprechen (z.B. übersetzt und notariell beglaubigt, falls erforderlich).
Pro-Tipp: Der Widerspruch muss sich direkt auf die Gründe für die Ablehnung des Erstantrags beziehen, z. B. fehlende Unterlagen, unzureichende Gehaltsnachweise oder Zweifel an der Beziehung.
Für den Rechtsbehelf benötigte Unterlagen
Bereiten Sie die folgenden Dokumente vor, um den Widerspruch zu verstärken:
- Ablehnungsbescheid: Fügen Sie den Originalbescheid bei, um die genauen Gründe für die Ablehnung anzugeben.
- Beschwerdeschreiben (Remonstrationsschreiben): Eine ausführliche Erklärung in deutscher oder englischer Sprache, die vom Antragsteller unterzeichnet ist.
- Aktualisierte Dokumente:
- Gültiger Reisepass des Familienmitglieds.
- Heiratsurkunde oderGeburtsurkunde, übersetzt und beglaubigt.
- Nachweis über das Einkommen des Arbeitnehmers(Gehaltsabrechnungen), z. B. Lohnabrechnungen der letzten 3-6 Monate.
- Mietvertrag mit Nachweis einer angemessenen Wohnung.
- A1 Deutsches Sprachzertifikat (falls zutreffend).
- Aufenthaltsgenehmigung des Arbeitnehmers: Kopie des Aufenthaltstitels.
- Zusätzliche Beweise: Briefe, Fotos oder andere Beweise, um die Echtheit der Beziehung zu klären, falls sie angezweifelt wird.
Reichen Sie Originale und zwei Kopien ein, wie von den meisten deutschen Vertretungen verlangt. Spezielle Checklisten finden Sie auf der Website der Botschaft, z. B. india.diplo.de.
Wo kann man den Antrag auf Berufung stellen?
- Einspruch erheben: Reichen Sie diese bei der deutschen Botschaft oder dem deutschen Konsulat ein, das die Ablehnung ausgesprochen hat. Die nächstgelegene Vertretung finden Sie hier.
- Rechtsbehelf: Einreichung beim Verwaltungsgericht Berlin, wenn der Widerspruch scheitert. Dies erfordert in der Regel einen Rechtsanwalt und kann aus der Ferne durch einen Rechtsbeistand eingeleitet werden.
Details zur Ernennung
- Vorladung: In der Regel ist kein Termin erforderlich; die Einreichung erfolgt per Post oder E-Mail gemäß den Anweisungen der Botschaft. Bestätigen Sie die Einreichungsmethoden mit der jeweiligen Botschaft.
- Berufung bei Gericht: Die Termine hängen vom Gerichtsverfahren und der Koordination der Anwälte ab. Wenden Sie sich für Einzelheiten an das Verwaltungsgericht:
Raten Sie Ihrem Mitarbeiter, schnell zu handeln, denn die Fristen sind streng(Fristen).
Gehaltsstufen für die Anspruchsberechtigung
Das Einkommen des Arbeitnehmers ist ein wichtiger Faktor bei der Genehmigung von Visa zur Familienzusammenführung. Die deutschen Behörden verlangen den Nachweis, dass der Lebensunterhalt gesichert ist, ohne dass öffentliche Mittel in Anspruch genommen werden. Ab dem Jahr 2025:
- Mindesteinkommen: Ein fester Betrag ist nicht gesetzlich festgelegt, aber er muss die Lebenshaltungskosten für alle Familienmitglieder decken. Zum Vergleich:
- Einzelperson: ~1.200 €/Monat netto.
- Ehepaar: ~1.800 €/Monat netto.
- Zusätzliches Kind: ~400-500 €/Monat netto.
- Inhaber der Blauen Karte EU: Von den strengen Einkommenskontrollen befreit, wenn das Gehalt die Schwellenwerte der Blauen Karte erfüllt (z. B. 45.552 €/Jahr für Mangelberufe, 58.400 €/Jahr für andere im Jahr 2025).
- Dokumentation: Legen Sie aktuelle Lohnabrechnungen,Steuerbescheide oder eineArbeitgeberbescheinigung vor.
Bearbeitungszeit für den Rechtsbehelf
- Vorladung: In der Regel dauert es 1-3 Monate, je nach Arbeitsbelastung der Botschaft und Komplexität des Falls.
- Berufung beim Gericht: Kann 6-12 Monate oder länger dauern, insbesondere wenn zusätzliche Anhörungen erforderlich sind.
- Es kann zu Verzögerungen kommen, wenn Dokumente überprüft werden müssen(Urkundenprüfung).
Involvierte Gebühren
- Gegenvorstellung: Kostenlos auf der Ebene der Botschaften/Konsulate.
- Berufung vor Gericht: Die Gerichtsgebühren beginnen bei ca. 150-300 €, zuzüglich der Anwaltskosten (oft 1.000-2.000 €+, je nach Komplexität).
- Erneute Beantragung des Visums: Wenn der Einspruch erfolgreich ist, wird die Standardgebühr für ein Visum zur Familienzusammenführung fällig - 75 € für Erwachsene, 37,50 € für Minderjährige.
Zusätzliche wichtige Überlegungen
- Juristische Unterstützung: Bei komplexen Fällen (z. B. bei Betrugsverdacht oder Dokumentenproblemen) sollten Sie einen deutschen Einwanderungsanwalt beauftragen, um die Erfolgsquote zu erhöhen.
- Zeitliche Empfindlichkeit: Wird die einmonatige Frist für einen der beiden Schritte versäumt, verfällt die Möglichkeit der Berufung, so dass ein neuer Visumantrag gestellt werden muss.
- Kommunikation: Achten Sie darauf, dass der gesamte Schriftverkehr auf Deutsch oder Englisch erfolgt, um Verzögerungen zu vermeiden.
- Unterstützung der Mitarbeiter: Bieten Sie an, bei der Sammlung von Dokumenten oder der Übersetzung zu helfen, um den Stress zu verringern und das Verfahren zu beschleunigen.
HR Quick reference: Widerspruch gegen die Ablehnung eines Visums zur Familienzusammenführung (Download-Format)
Schlussfolgerung
Wenn Sie Ihrem Mitarbeiter helfen wollen, gegen die Ablehnung eines Visums zur Familienzusammenführung in Deutschland Widerspruch einzulegen, müssen Sie das Verfahren des Familiennachzugs verstehen, strenge Fristen einhalten und stichhaltige Beweise vorlegen. Indem Sie den Mitarbeiter bei der Prüfung der Anspruchsvoraussetzungen, der Vorbereitung der Dokumente und der Berufungsphase begleiten, können Sie ihm helfen, seine Familie wieder zu vereinen und sich weiterhin auf seine Arbeit zu konzentrieren. Außerdem zeigen Sie damit, dass Sie sich für die Zukunft der Familie in Deutschland einsetzen. Aktuelle Informationen finden Sie auf der Website des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF).
Allgemeine Fragen zum Visum zur Familienzusammenführung
Ja, sie können bereits kurz nach ihrer Eheschließung einen Termin für ein Treffen vereinbaren. Achten Sie aber bitte darauf, dass sie bis zum Termin alle notwendigen Unterlagen zusammen haben.
Verwenden Sie die Kategorie "abhängig":
- Wenn der Ehepartner in Deutschland hochqualifiziert ist und eine Blaue Karte EU oder eine ICT-Karte besitzt oder Wissenschaftler ist
- Und wenn der Antrag zusammen mit dem Ehegatten gestellt wird oder wenn sie ihm innerhalb von sechs Monaten nach seinem Umzug folgen
Verwenden Sie die Kategorie "Familienzusammenführung":
- Wenn der Ehepartner in Deutschland einen anderen Aufenthaltstitel besitzt
- und / oder wenn der Umzug des unterhaltsberechtigten Ehegatten mehr als sechs Monate nach seiner Ankunft in Deutschland erfolgt
Nein. Als Ehegatte eines EU-Bürgers ist eine A1-Bescheinigung nicht erforderlich.
Ja. Als Ehegatte eines deutschen Staatsangehörigen müssen Sie bei der Beantragung des Familiennachzugs eine A1-Bescheinigung vorlegen.